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Die Landung beginnt mit der Platzrunde

Eine sichere Landung ist weder ein kontrollierter Absturz noch etwas, vor dem du irgendwie Angst haben musst. Die Landung selbst beginnt schon weit vor dem Abfangbogen an der Pistenschwelle. Wenn du dem Grundsatz der „Stabilized approach criteria“ folgst und Geschwindigkeit, Sinkrate, Gleitpfad und Konfiguration innerhalb klar definierter Grenzen hältst, werden deine ersten Erfolgserlebnisse nicht lange auf sich warten lassen. Was den Profis hilft, gibt auch dir ein sinnvolles Management an die Hand.

Über das Nicken (Höhenruder) beeinflusst du im gesamten Landeanflug primär die Geschwindigkeit, während die Motorleistung vor allem die Sinkrate und damit den Gleitpfad beeinflusst. Seiten- und Querruder sorgen hingegen für eine koordinierte Fluglage. Die Landung wird über die Platzrunde „verteilt“, wodurch du Zeit für Korrekturen gewinnst und ein Gerüst an die Hand bekommst, das dich sicher bis an die Pistenschwelle bringt.

Die Platzrunde bringt Struktur in die Landung

Die Platzrunde ist kein sinnloses Ritual, sondern ein Sicherheitskonzept. Durch eine standardisierte Abfolge aus Gegenanflug, Queranflug und Endanflug entsteht eine Struktur, an der du dich orientieren kannst und mit der du auch auf noch unbekannten Flugplätzen sicherer landen kannst. Im Gegenanflug überprüfst du zunächst die Geschwindigkeit und die Höhe und planst den Beginn des Sinkflugs. Hier beginnt im Prinzip die Landung.

Im Queranflug leitest du bei vielen Plätzen schon das Sinken ein und bringst dein Flugzeug in die Landekonfiguration. Die Leistung wird reduziert, die erste Klappenstufe gesetzt und die sichere Anfluggeschwindigkeit eingehalten. Ziel ist es, beim Eindrehen in den Endanflug weder zu hoch noch zu schnell zu sein.

Im Endanflug richtest du das Flugzeug exakt auf die Piste aus. Jetzt ist konsequentes und feinfühliges Steuern entscheidend. Du stabilisierst die Anfluggeschwindigkeit und hältst einen konstanten Gleitpfad ein, der dich sicher bis an die Pistenschwelle führt. Die Instrumente Fahrtmesser, Vertical Speed Indicator und Höhenmesser sind in dieser Phase deine wichtigsten Helfer.

Sie ergänzen aber nur deine visuelle Wahrnehmung der Aufsetzpunktmarkierungen, Pistenränder und des Horizonts. Auch diese liefern dir entscheidende Informationen über Gleitpfad und Fluglage. Auch wenn moderne Cockpits viele Instrumente bieten, bleibt der Anflug im Sichtflug primär ein visuelles Manöver.

Eine gute Landung entsteht aus dem Zusammenspiel von Blick voraus und Instrumentenkontrolle. Und verinnerliche auch gleich die Zusammenhänge, dass du mit dem Höhenruder nicht etwa die Höhe im Anflug steuerst, sondern die Geschwindigkeit kontrollierst. Den Gleitpfad streckst du also nicht mit dem Höhenruder, sondern mit einer Erhöhung der Antriebsleistung. Kurz vor der Schwelle reduzierst du die Leistung weiter und leitest den Abfangbogen ein. Durch sanftes Ziehen erhöhst du den Anstellwinkel (Angle of Attack). Die Sinkrate nimmt ab, die Geschwindigkeit reduziert sich kontinuierlich, und das Hauptfahrwerk setzt zuerst auf.

Aerodynamisch näherst du dich beim Ausschweben langsam dem Stall an. Der Auftrieb bei der Aufsetzgeschwindigkeit reicht gerade noch so aus, um das Flugzeug in der Luft zu halten. Das Ziel ist eine weicher, kontrollierte Übergang vom Flug zum Aufsetzen – ohne Springen oder Durchsacken.

Nach der Praxis noch etwas Theorie

Eine Sichtflugkarte deines Flugplatzes liefert dir alle Informationen, die du für eine saubere Einteilung in die Platzrunde benötigst: Platzhöhe, veröffentlichte Platzrundenhöhe, Pistenausrichtung, Platzrundenseite und gegebenenfalls besondere Verfahren. Auf der Karte findest du die Platzhöhe in Fuß über MSL (Mean Sea Level, mittlerer Meeresspiegel). Diese Angabe ist entscheidend, weil sich daraus deine Platzrundenhöhe ableitet.

Ist eine Platzrundenhöhe in 1000 ft AGL (Above Ground Level, Höhe über Grund) veröffentlicht und die Platzhöhe beträgt 1200 ft MSL (Mean Sea Level), dann ergibt sich eine Platzrundenhöhe von 2200 ft MSL (Mean Sea Level).

Bei korrekt eingestelltem QNH (barometrischer Luftdruck bezogen auf Meereshöhe) zeigt dein Höhenmesser die Höhe über MSL (Mean Sea Level) an. Platzrundenhöhen werden jedoch häufig in AGL (Above Ground Level) veröffentlicht, weshalb die Umrechnung erforderlich ist. Auch die Information zur Pistenausrichtung ist eindeutig: Die Runway-Nummer (RWY – Runway, Start- und Landebahn) entspricht dem magnetischen Kurs der Landebahn, gerundet auf die nächsten zehn Grad.

Eine Piste 22 bedeutet eine Ausrichtung von etwa 220°. Wenn du lernst, diese Karte korrekt zu nutzen, fliegst du nicht „irgendwie“ auf die Landebahn zu, sondern integrierst dich kontrolliert und strukturiert in den bestehenden Flugverkehr.